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Unsere Füße

Unsere Füße begleiten uns ein Leben lang durch den Alltag, sie tragen uns im Laufe unseres Lebens ca. 3 Mal um die Erde, also rund 130.000 km weit. Dennoch gerät der gesunde Umgang mit ihnen oft in den Hintergrund. Ca. 98 % der Menschen weltweit kommen mit gesunden Füßen zur Welt, dennoch haben mehr als 60 % der Erwachsenen in den Industriestaaten Fußprobleme.

Statt mit gesunden Füßen aktiv und attraktiv durchs Leben zu gehen, schränken schmerzende Füße die Lebensfreude ein, zwingen zur Inaktivität und beeinflussen den Gang und das Erscheinungsbild negativ.

Häufig ist das falsche Schuhwerk verantwortlich. Das Wohlbefinden unseres gesamten Körpers wird von unseren Schuhen beeinflusst. Mit schmerzenden Füßen läuft, tanzt und konzentriert es sich nicht gut. Nicht richtig passende Schuhe können zu Verspannungen, Kopf- und Rückenschmerzen und Gelenk- und Venenproblemen führen. Es können Wadenschmerzen, Durchblutungsstörungen und Stauungen in den Beinen auftreten. Dennoch macht sich die Mehrheit der Menschen erst Gedanken um die richtigen Schuhe, wenn bereits Probleme oder Störungen aufgetreten sind.

Die richtige Passform

Für eine bundesweite Fußmessstudie an Erwachsenen vom Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens (PFI) zusammen mit dem Bekleidungsphysiologischen Institut Hohenstein und der TIB Dr. Richter gGmbH wurden die Füße von rund 5200 Personen an 57 verschiedenen Orten innerhalb Deutschlands vermessen.

Es wurde festgestellt, dass ca. 82 % der Verbraucher Schuhe in einer falschen Größe, die nicht ihren Fußmaßen entsprechen, tragen. Die meisten tragen Schuhe, die zu groß (zu lang) sind. Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass zu kleine Schuhe die Füße schädigen, da die Füße dann gequetscht und die Zehen gestaucht werden. Ist die Bewegungsfreiheit der Zehen eingeschränkt können Durchblutungsstörungen in den Beinen entstehen. Denn die Muskeln, die die Zehen bewegen, haben ihren Ursprung in den Waden. Wenn dauerhaft zu kleine Schuhe getragen werden, können Fußdeformationen wie Ballenzehe (Hallux valgus) oder Hammerzehen entstehen. Dennoch tragen ca. 20 % der Frauen zu kleine Schuhe.

Mittlerweile tragen die Deutschen allerdings überwiegend zu große Schuhe. So tragen 60 % der Frauen zu große (zu lange) Schuhe.

Oft greifen Menschen mit breiteren Füßen zu Schuhen, die 1-2 Nummern zu groß sind, da diese auch entsprechend breiter sind. Aber wenn der Schuh zu groß (zu lang) ist, verhindert er das korrekte Abrollen des Fußes und verändert somit den Gang. Da über das oft Zentimeter große leere Stück vor den Zehen, keine Kontrolle über den Schuh vorhanden ist, klatscht der Fuß eher auf den Boden als dass er abrollt. Dieser Aufprall belastet die Gelenke stärker und kann mit der Zeit sogar zu einer Versteifung des Vorfußes führen. Wenn Schuhe nur in der Breite nicht passen, sollte auf eine andere Weite und nicht auf eine größere Schuhgröße umgestiegen werde.

Sind die Schuhe in der Weite zu groß, haben die Füße keinen Halt und rollen verrutscht ab im Schuh. Dabei werden die Zehen genauso gestaucht wie bei zu kleinen Schuhen. Hinten kann zusätzlich der Fuß herausschlappen. In diesem Fall sollte nicht zu kleineren (kürzeren) Schuhen, sondern zu schmaleren gegriffen werden. Nur so hat der Fuß einen gesunden Halt.

Aber wie finde ich denn nun meinen passenden Schuh?

Zuerst muss man wissen, dass unsere Füße dynamisch sind und sich jeder Belastungssituation optimal anpassen. Unsere Füße werden unter Belastung länger. Im Stehen sind sie länger als im Sitzen. Und beim Gehen verlängert sich der Fuß noch einmal durch die Abrollbewegung um einige Millimeter. Das Fußgewölbe federt mit den betroffenen Muskeln die Belastung ab, streckt sich und gibt Energie für den Abstoß. Das muss beim Schuhkauf natürlich berücksichtigt werden.

Richtig passende Schuhe sind also immer etwas länger als der Fuß!
Als Faustformel gilt: Die Länge des Fußes plus 10 mm zum Abrollen geben die benötigte Schuhgröße vor.

Auch im Laufe des Tages verändert sich unsere Fußgröße. So sind die Füße abends dicker als morgens. Am besten probiert man also Schuhe zu der Tageszeit an, zu der sie später auch getragen werden sollen. So sollte man feine Abendschuhe nicht unbedingt morgens anprobieren und kaufen. Schuhe, die den ganzen Tag getragen werden sollen, kann man am besten nachmittags anprobieren. Wichtig ist außerdem, die Fußdynamik zu beachten und nie Schuhe nur im Sitzen anzuprobieren. Gehen Sie in den Schuhen auf jeden Fall ein paar Schritte und lassen Sie sich ein paar Minuten Zeit bei der Anprobe. Übereilt gefällte Entscheidungen, können sich später durch eine falsche Passform rächen.

Ein gut sitzender Schuh hat genügend Zugabe zum Abrollen in der Länge, er sitzt an Ballen und Ferse fest. Wackelt er herum, besteht die Gefahr leicht umzuknicken. Besonders wichtig ist guter Halt an der schmalsten Fußstelle im Ristbereich. Da dies z.B. bei Pumps und Ballerinas durch den weit ausgeschnittenen Teil nicht möglich ist, ist es besonders wichtig, dass diese in der Weite passen, um einen bestmöglichen Halt zu gewährleisten.

Ihre Fußlänge können Sie einfach selbst vermessen, um die passende Schuhgröße zu ermitteln. Dennoch empfiehlt sich immer, Schuhe anzuprobieren bevor Sie diese kaufen.

Legen Sie ein Blatt Papier auf den Boden direkt an die Wand. Stellen Sie sich mit der Ferse an die Wand und markieren Sie mit einem senkrecht gehaltenen Stift die längste Stelle Ihres Fußes. Dies sollten Sie mit beiden Füßen machen, der längere gibt dann Ihre Schuhgröße vor. Die zugehörige Schuhgröße zu ihrer Fußlänge finden Sie in unserer Größenübersicht.

Kleine Hilfsmittel können die Passform und den Komfort eines Schuhs verbessern.

Dazu gehören Fersenhalter, Einlegesohlen oder auch Gelkissen. Diese sorgen für einen besseren Halt, haben eine dämpfende Wirkung oder können die Füße warm und isoliert oder trocken und kühl halten.

Einfluss von Material und Verarbeitung

Aber nicht nur die Passform ist entscheidend für gesunde Füße. Auch das Material und die Verarbeitung der Schuhe sind ausschlaggebend.

Billige, schlecht sitzende Schuhe aus synthetischen, nicht atmungsaktiven Materialien können die Füße verletzen, Hornhaut und Schweißfüße verursachen. Rissige Haut und ein warmes und feuchtes Klima können Fuß- und Nagelpilz fördern.

Hochwertige Schuhe aus atmungsaktiven Materialien und guter Passform unterstützen die Gesundheit der Füße.

So leiden Millionen von Menschen unter Schweißfüßen, obwohl dies nicht sein muss. Oft liegt diese nur an falschem und zu engem Schuhwerk aus synthetischen Materialien. Die eigentliche Schweißfußerkrankung (Hyperdidrosis pedis) ist dagegen nur selten und betrifft nur ca. 1 % aller Deutschen. Die Erkrankung liegt vor, wenn die Fußschweißdrüsen mehr als 50 mg Schweiß pro Minute absetzen. Die Betroffenen können nichts für dieses Leiden.

Bei selbst verursachten Schweißfüßen verursachen selten die Füße selbst den Geruch, sondern die Socken und Schuhe aus synthetischen Materialien. Bereits bei normalen Außentemperaturen können minderwertige Materialien aus der Massenproduktion von Discountprodukten zu vermehrter Schweißbildung führen. Meist ist das Obermaterial mit dem Futter durch Klebstoffschichten vollständig versiegelt. Dies blockiert die Atmungsaktivität. Weitere Zwischenfutter stauen zusätzlich die Nässe und fördern Schweißfüße. Leider wird das Schwitzen oft erst zu spät bemerkt, wenn die Socken bereits nass sind. So entstehen Stinkefüße. Hochwertige Schuhe aus Leder, einem natürlichen Stoff, der atmungsaktiv, dehnfähig, reiß- und reibefest, wärmeisolierend und geschmeidig ist, können Schweißfüßen vorbeugen.