Wissensecke

Fußaufbau

Unser Fuß ist ein Wunderwerk der Natur. So kann er auf einer relativ kleinen Fläche das gesamte Körpergewicht des Menschen tragen. Mehr als 70 % des Körpergewichts werden von Ferse und Fußballen getragen, um die 15 % werden vom Fußaußenrand und ca. 12 % von den Zehen getragen.

Unser Fuß besteht aus einem Knochengerüst aus 26 Knochen und 2 Sesambeinchen. Die Sesambeinchen sind kleine Knochen, die in einer Sehne eingebettet bzw. gewachsen sind. Sie dienen als Abstandhalter zwischen Sehne und Knochen. Beide Füße bestehen also insgesamt aus 56 Knochen –zum Vergleich: insgesamt besteht der menschliche Körper aus 206 Knochen.

22 Gelenke sorgen dafür, dass der Fuß flexibel Unebenheiten des Bodens ausgleichen kann. Die Bänder halten Knochen, Sehnen und Muskeln zusammen. Die Wölbung des Fußes wirkt wie eine Federung, sie sackt bei Belastung ein und richtet sich bei Entlastung wieder auf. Der Aufprall auf dem Boden wird stoßdämpferartig von den kompakten Muskeln unter den Füßen abgefedert.

Beim Barfußlaufen auf natürlichem Untergrund werden die Fußmuskeln trainiert, indem sie Unebenheiten des Bodens ausgleichen müssen. Gepflasterte Wege und Straßen und eingeschränkte Bewegungsfreiheit durch das Tragen von Schuhen, beanspruchen die Fußmuskulatur kaum und lassen diese erschlaffen. Wenn das Fußgewölbe aufgrund schwacher Muskulatur oder starker Beanspruchung absinkt, ist die natürliche Federwirkung des Fußes beeinträchtigt und eine veränderte Druck- und Gewichtsverteilung entsteht. Neben gut passenden Schuhen sollten je nach Situation verschiedene Schuharten (z.B. Sport- oder Wanderschuhe) getragen werden. Ab und an Barfußgehen auf weichem, natürlichem Untergrund ist empfehlenswert –es kräftigt die Muskulatur und fördert somit die Gesundheit der Füße. Also Schuhe aus und auf zur nächsten Wiese!

Fußformen

Füße sind so unterschiedlich wie die Menschen, zu denen sie gehören. Es haben sich drei Hauptfußformen herauskristallisiert: ägyptisch, griechisch und römisch.

Die Bezeichnungen leiten sich von den damaligen antiken Fußdarstellungen und Schönheitsidealen ab. Ca. 60 % der Menschen haben „ägyptische Füße“, bei denen der große Zeh der längste ist und die anderen bis zum kleinen Zeh kürzer werden. Ca. 25 % der Menschen haben „römische Füße“.  Bei den Römern galt es als besonders schön, wenn alle Zehen gleich lang waren. Ca. 15 % haben „griechische Füße“. Im alten Griechenland galten Füße, dessen zweite Zehe die längste ist, als Schönheitsideal. Für die verschiedenen Fußformen eignen sich meist verschiedene Schuhe gut: naturgeformte für „ägyptische“, eher breite für „römische“ und eher lang gezogene für „griechische“ Füße.

Woran kann ich erkennen, ob ich gesunde, normale Füße habe?

Ein gesunder Fuß hat eine ausgeprägte Längs- und Querwölbung. Erstellt man mit Farbe einen Fußabdruck, sieht man die Ferse, den Außenrand des Fußes, die Ballenpartie und die Spitzen der Zehen als Abdruck. Die Wölbung ist ausgespart.

Das Einsinken des Längsgewölbes führt zu einem Senkfuß. Bei einem Fußabdruck zeichnet sich hier die Brücke zwischen Vorder- und Rückfuß ab. Je größer die Absenkung ist, desto breiter bildet sich die Brücke ab. Ein Fuß mit vollständiger Absenkung der Wölbung wird Plattfuß genannt.

Wenn die Ferse abknickt (häufig nach innen) besteht ein Knickfuß. Dieser macht sich durch unterschiedlich stark abgelaufene Absatzseiten bemerkbar.

Ein Knick-Senkfuß kombiniert beide Merkmale.

Es existieren auch zu stark nach oben gewölbte Füße, der sogenannte Hohlfuß. Der Fußabdruck zeigt hier nur eine sehr schmale und in manchen Fällen sogar keine Brücke zwischen Vorder- und Rückfuß.

Wenn das Quergewölbe des Fußes einsinkt, kann ein Spreizfuß entstehen. Beim Spreizfuß konzentriert sich die Kraftübertragung stark auf einzelne Mittelfußknochen, diese werden auseinandergedrückt und der Fuß somit „gespreizt“. Dadurch entsteht oft als Schutz Hornhaut in der Mittelfußknochengegend. Außerdem können Schmerzen beim Gehen auftreten.

Auch die Zehen können von der normalen, gesunden Form abweichen. Eine der häufigsten Veränderungen ist der Hallux valgus. Neben einer angeborenen Veranlagung sorgen oft die falschen Schuhe für eine Verlagerung der großen Zehen nach innen und der Wölbung des Ballens nach außen.

Bei Hammerzehen wirken die Zehen wie dauerhaft angezogen, die Zehenkuppen berühren den Boden. Diese können durch zu kurze Schuhe und hohe Absätze entstehen. Im Extremfall, wenn die Zehenkuppen den Boden nicht mehr berühren, werden diese Krallenzehen genannt.

Fußdeformationen und Fußschmerzen sind eine Volkskrankheit, denen man mit richtig passenden Schuhen, Bewegung, Barfußlaufen, Fußgymnastik und richtiger Pflege entgegenwirken kann.

Fußfehlstellungen können durch medizinische Einlagen behoben werden. Diese werden speziell für die Füße angefertigt, nachdem von diesen Abdrücke genommen worden sind. Die Einlagen sind lose und werden einfach in die Schuhe gelegt. Die Einlagen gleichen Fehlstellungen aus und sorgen für eine gute Fuß-Schuhverbindung. Wenn größere Leiden wie verkürzte Beine oder amputierte Zehen vorhanden sind, ist die Anfertigung von Maßschuhen durch einen Orthopädieschuhmacher notwendig,

Fußpflege

Eine regelmäßige und gute Fußpflege ist wichtig für vollkommen gesunde Füße. Neben der täglichen Wäsche wird das Eincremen der Füße empfohlen, um die Haut vor Austrocknung zu schützen und vor Brüchigkeit zu bewahren. Gutes Abtrocknen, vor allem der Zehzwischenräume ist wichtig, um Pilzerkrankungen vorzubeugen. Fußnägel sollten regelmäßig gekürzt werden. Hornhaut sollte vorsichtig mit einem Bimsstein entfernt werden. Diese sollte niemals abgeschnitten werden, um Infektionen zu vermeiden.